Archiv vom “2. Juni 2021

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ME REX veröffentlichen das erste unendliche Album

ME REX kommen aus dem Süden von London und startete 2015 zunächst in der Wohnung des Songwriters Myles McCabe als Soloprojekt, als er mit elektronischen Bedroom-Pop-Klängen experimentierte. Es verwandelte sich mit der Zeit  in eine vierköpfige Indie-Band, die mit ihrer Doppel-EP „Triceratops / Stegosaurus“ bereits vergangenes Jahr viel Aufmerksamkeit erregten. Nun liefert die Band mit MEGABEAR ein außergewöhnliches Debütalbum mit genialem Konzept: 52 (!!!) Songs, die jeweils nur 32 Sekunden dauern. Es gibt keine feste Tracklist, kein Anfang und kein Ende – es soll als zyklisches und sich wandelndes Werk existieren. Und es funktioniert!

Der Fokus-Track „Galena“ besteht aus 6 Segmenten aus MEGABEAR und wurde von der Band mit Hilfe des dem Album beiliegenden 52-teiligen Kartendecks zufällig arrangiert.

Im Mittelpunkt von ME REX steht der Songwriter Myles McCabe, der gemeinsam mit seinen Kolleg*innen Kathryn Woods (Gitarre/Gesang), Phoebe Cross (Schlagzeug/Gesang) und Rich Mandell (Bass/Keys/Gesang) in seinem unverkennbar offenen lyrischen Stil über Sucht und Genesung spricht. Die Band hat keine Angst die Grenzen dessen, was ein Album sein kann, zu verschieben und neu zu definieren.

Inspiriert von der Symbolik des alchemistischen Textes „Splendour Solis“ von Saloman Trismosin wichen sie von der üblichen Herangehensweise ab, Songs zu schreiben. Sie stellten sich stattdessen der Herausforderung, „Segmente“ zu entwickeln, die jeweils 32 Sekunden lang, im 4/4 Takt und in der Tonart B geschrieben sind, die so in unzähligen Kombinationen funktionieren.

MEGABEAR ist dafür gedacht, auf Shuffle abgespielt zu werden und den Hörenden so die Möglichkeit zu geben, eine klanglich individuelle Geschichte zu erschaffen. Jedes Detail wurde sorgfältig ausgearbeitet – von der Art und Weise, wie die einzelnen Segmente ineinander übergehen, bis hin zu den lyrischen Themen jedes Teils. Das Album ist wahrhaftig eine interaktive Erfahrung, wie es sie bisher nur selten oder vielleicht noch überhaupt nicht gab. Unabhängig der Reihenfolge, fließt jedes Segment in das nächste.

„Ich wollte einen Song schreiben, der etwa 30 Minuten lang ist, einfach als Herausforderung. Einerseits um zu sehen, ob ich es schaffe, andererseits um die traditionelle Vorstellung von Songs und Alben basierend auf alten Aufnahmeformaten zu hinterfragen, die im Zeitalter von Streaming nicht unbedingt Sinn machen“, äußert sich McCabe. Die potenzielle Anzahl einzigartiger Tracks auf MEGABEAR ist nahezu unendlich. „Die genaue Zahl ist eine 8 mit 67 Nullen dahinter“, so Myles.

Neben der ganzen Musik besteht MEGABEAR auch aus einem 52-teiligen Kartenspiel, das von Jono Ganz entworfen wurde. Jede Karte repräsentiert ein Segment, das, wenn es ausgelegt wird, eine Kombination von Songs bildet, die in der Reihenfolge angehört werden können. Die Möglichkeiten innerhalb des Decks sind endlos, wenn es gemischt wird. Um das ganze abzurunden, wird das Erlebnis auch digital auf einer eigens dafür eingerichteten Homepage virtuell repliziert, um den Hörenden ein unmittelbares Gefühl dafür zu geben, wie die beiden Formate der Musik und des Kartenspiels miteinander interagieren.

„Einen Teil der Inspiration für den Inhalt des Albums kommt von der Idee, Alchemie als Metapher für den Prozess der Selbstfindung zu verwenden. Ich habe mich mit dem Buch „Splendour Solis“ auseinandergesetzt, das Bilder und Symbole nutzt, um den geheimen Code der Schritte zu erstellen, um Blei in Gold umzuwandeln. Und so kam mir die Idee, neben dem Album auch ein Buch daraus zu machen. Da sich ein Buch nicht ohne festgelegte Reihenfolge binden lässt, entstand die Idee des Kartenspiels. Erst an diesem Punkt wurden mir die Parallelen zu Tarot-Karten bewusst – bei ihnen geht es auch um den Prozess der Selbstfindung“, äußert sich McCabe.

MEGABEAR ist ein ambitioniertes und forderndes musikalisches Projekt, das sich wahrlich nur von so äußerst fantasievollen und kreativen Künstler*innen ausgedacht werden konnte. Diese zerlegten, 52 Songs zielen darauf ab, die Kontrolle des Komponierenden in die Hände der Zuhörer*innen zu verlagern, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Innerhalb des Konzeptes lässt sich die offensichtliche Parallele von Chaos, Ordnung und Kontrolle ziehen, die sich in den zerlegten lyrischen Themen des Albums auch widerspiegeln.

Das Debütalbum MEGABEAR erscheint am 18.06. digital und am 23.08. physisch samt Kartenspiel über Big Scary Monsters und ist hier vorbestellbar.